Scheinselbständigkeit – durch Razzien aktueller denn je

15.Dezember 2011

Aus verschiedenen Quellen erfahren wir, dass es am 13.12. im süddeutschen Raum eine groß angelegte Razzia des Zolls in Betrieben der Veranstaltungstechnik und Veranstaltungswirtschaft gegeben hat. Es soll sich um „über 60“ Betriebe handeln, wie z.B. die Süddeutsche Zeitung vom 15.12.2011 berichtet.

Seit vielen Jahren informiert der VPLT seine Mitglieder über diese Thematik und hält sie immer wieder an, ihre Verhältnisse mit Mitarbeitern, „free lancern“, Subunternehmern, selbständigen Einzelunternehmern, Auftragnehmern, Stage-Hands, Helfern, Fahrern etc. so zu regeln, dass sie einer sozialversicherungsrechtlichen Überprüfung ebenso standhalten wie der Frage nach dem Thema „Arbeitnehmerüberlassung“.

Der VPLT und seine Mitglieder sind der festen Überzeugung, dass die derzeitigen Regelungen zu diesen Themen der Veranstaltungsbranche in keinster Weise gerecht werden.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass alle VPLT-Mitglieder aufgefordert sind, sich unter den gegebenen Zwängen auch Gesetzes-konform zu verhalten.

Mittlerweile sind etliche Branchenteilnehmer zu teils drastischen Geldstrafen verurteilt worden, es kam sogar zu Verurteilungen mit Haftstrafe. Glücklicherweise sind uns bisher keine VPLT-Mitglieder bekannt, die davon betroffen waren.

Nichtsdestotrotz fordern wir unsere Mitglieder und alle anderen Branchenteilnehmer auf: Setzen Sie sich mit diesem Thema auseinander, finden Sie rechtssichere Lösungen – auch wenn diese auf den ersten Blick komplizierter, teurer, unbequemer erscheinen mögen und sogar Ihre Wettbewerbsfähigkeit zu bedrohen scheinen. (Eine sechsstellige Nachforderung der Sozialversicherungsträger oder die Inhaftierung eines geschäftsführenden Gesellschafters werden Ihre Wettbewerbsfähigkeit in jedem Fall noch stärker gefährden.) Etliche Kollegen haben bereits vorgemacht, dass es machbar ist, sich dieser Herausforderung mit Erfolg zu stellen.

Der VPLT und seine Partnerverbände werden weiterhin daran arbeiten, für die Veranstaltungswirtschaft praktikablere Lösungen zu finden. Hier muss jedoch angesichts der politischen Großwetterlage vor Illusionen gewarnt werden.

15.12.2011, Florian von Hofen

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